Zukunft für’s Melbbad jetzt angehen!

Zukunft für’s Melbbad jetzt angehen!

By Rettet das Melbbad, 3. April 2021



Jetzt müssen die Weichen gestellt werden: Transparente Bürgerbeteiligung und konkreter Zeitplan für die Wiedereröffnung des Melbbades


Die Politik muss JETZT handeln:
Mitte Juni wird der Bonner Doppelhaushalt 2021/2022 verabschiedet – aktuell laufen die Verhandlungen hierzu. Da auch mit dem ehemals im Melbbad geplanten Wohnungsbau alle Badeinrichtungen und Ausstattungen der Funktionsräume von der Stadt bezahlt worden wären, ist die Herrichtung des Melbbads schon mit 1,5 Millionen Euro in diesem Doppelhaushalt vorgesehen. Die Stadtverwaltung muss nun zeitnah aufzeigen, ob dieser Betrag ausreicht, um dem Bürgerwillen aus dem Bürgerentscheid zu entsprechen – und die Politik muss dafür Sorge tragen, dass ein angemessener Betrag auch wirklich im Haushalt für die Wiedereröffnung des Melbbades zur Verfügung gestellt wird.

Über 75.000 Bonner Bürger*innen (77,18% der Abstimmenden) hatten im Bürgerentscheid im November 2020 für einen Erhalt des Melbbades in seiner jetzigen Form gestimmt. Neben einer überwältigenden Mehrheit von über 90% für unser Anliegen in Venusberg / Ippendorf hatten selbst vom Melbbad entferntere Bezirke wie Beuel (71,75 %) und Bad Godesberg (76,40%) ein eindeutiges Votum abgegeben – ein klarer Auftrag an die Stadt, das Bad so schnell wie möglich wieder zu öffnen.

Antworten der Stadtverwaltung wichtig für weitere Planung:

Der Zustand der alten Gebäude resultiert aus mangelnder Wartung und Pflege; ein unverantwortlicher Umgang mit öffentlichem Eigentum. Wie aus dem TÜV Bericht hervorgeht, wurden Mängel am Gebäude in all den Jahren in erster Linie mit Farbe übertüncht und der nicht genutzte Bereich dem vollständigen Verfall überlassen. Ein derart desolates Ergebnis war nicht erwartet worden, die sichtbaren Mängel aber bereits in die mit dem Sport- und Bäderamt gemeinsam erarbeitete Containerlösung eingeflossen, die der Melbbadverein finanziell mit einem mittleren fünfstelligen Betrag unterstützen wollte. Nun wurde aber auch der für den Betrieb des Bades unabdingbare Technikraum aufgrund statischer Mängel gesperrt. Wir erwarten noch die Antwort des Sport- und Bäderamtes auf die Frage, was nötig wäre, um dennoch eine vorübergehende Öffnung des Bades bis zur Fertigstellung geeigneter Sanitär- und Umkleideräume zu ermöglichen.

Wichtig für die weitere Planung werden auch die anderen Antworten auf die beiden großen Anfragen sein, die an die Stadtverwaltung gestellt wurden (Beantwortung für den 13.4. und 6.5.2021 angesetzt).

210383 – Große Anfrage

210503 – Große Anfrage

Welche Kriterien müsste ein Neubau erfüllen? 

Das klar geäußerte Ziel des Bürgerentscheids war es, das Melbbad in seiner jetzigen Form zu erhalten. Falls eine Sanierung der Bestandsgebäude aufgrund von jahrzehntelanger Vernachlässigung nicht mehr möglich sein sollte, müssen Alternativen diskutiert werden, die der bisherigen Form möglichst nahe kommen. Dazu gehören unsere Kernanliegen aus dem Bürgerentscheid:

  1. Erhalt und Öffnung des Bades – hierzu gehören zeitgemäße, barrierefreie sanitäre Einrichtungen und Umkleiden.
  2. Erhalt der Kaltluftschneise – Bebauung nur in den bisherigen Ausmaßen und an der bisherigen Stelle.
  3. Erhalt des Melbbads als grüne Oase – das beinhaltet den vollständigen Erhalt des Baumbestandes.

Planung muss Bürgerbeteiligung ermöglichen:

Auf die große Teilnahme am Bürgerentscheid muss nun auch eine breite öffentliche Beteiligung an der Planung zur Wiedereröffnung ermöglicht werden. Nachdem in den letzten Jahren einige Entscheidungen um das Melbbad ohne die Einbeziehung der Öffentlichkeit getroffen worden sind, ist nun maximale Transparenz gefragt, um zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Bürger*innen, Stadtverwaltung und Politik zurückfinden zu können.

Das Melbbad ist als sozialer Treffpunkt für Begegnungen, Naherholung und Sport für alle Bonner*innen da. Deshalb ist es wichtig, nun bürgerorientiert in Erfahrung zu bringen, wie man ihre Bedürfnisse bei einer neuen Planung noch besser abdecken könnte. Der von der Stadt im letzten Jahr ausgerichtete Kreativworkshop zur Weiterentwicklung des Melbbades kann hier erste Impulse geben.

Aus unserer Sicht gilt es nun also einerseits schnellstmöglich die Wiedereröffnung anzugehen und andererseits aber bei allem Zeitdruck eine echte Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Wir bitten die Stadtverwaltung daher zeitnah um ein grundsätzliches Konzept inklusive Zeitplan und grober Kostenschätzung, das beschreibt, wie so ein Prozess bis zur Wiedereröffnung ablaufen kann. Wir hoffen, dass so eine Lösung gefunden werden kann, die es erlaubt, so bald wie möglich in einem wiedereröffneten Melbbad zu schwimmen.

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