Warum die Reparatur der Unwetterschäden vom August 2020 keine Wegwerfinvestition ist.

– Was passiert eigentlich im „Schwallwasserraum“ und warum er nicht umgebaut werden muss –
Im Zuge der Sanierung des Melbbades im Jahre 2009 haben das Sport- und das Nichtschwimmer-becken neue Beckenköpfe für niveaugleichen Wasserspiegel erhalten. Von den integrierten Über-laufrinnen fließt das verunreinigte Oberflächenwasser (z.B. Blätter, Insekten, Sonnenöl) einem unterirdischen Schwallwasser-Sammelbehälter zu. Von dort drücken es dann große Pumpen mit starken Elektromotoren, die in dem angrenzenden unterirdischen Technikraum installiert sind, zu den Wasser-Filteranlagen in dem oberirdischen Technikgebäude nahe dem Badausgang.

Schwallwasserbehälter und zugehöriger Technikraum sind 2009 als ein unterirdisches Stahlbeton-bauwerk durch das städtische Gebäudemanagement neu errichtet worden. Diese unterirdische Bauweise ist generell üblich, weil das Wasser aus den Überlaufrinnen so am tiefsten Punkt eines Bades einfach gesammelt und von dort über Pumpen dem Filterkreislauf zugeführt werden kann.

Die Überflutung des unterirdischen Schwallwasser-Technikraumes während des Unwetters im August 2020 stellt also keinen grundsätzlichen konstruktiven Mangel dar, der eine Verlegung der elektrotechnischen Anlagen, z.B. zur Steuerung der Pumpenmotoren etc., erforderlich macht. Diese Konstruktion hat – allen Gewitterregen zum Trotz – 10 Jahre lang schadenfrei funktioniert.

Zu der Überflutung im August 2020 ist es erst durch das unglückliche Zusammentreffen von zwei Faktoren gekommen: Der Schieber, der den Abfluss aus dem Regenwasserrückhaltebecken oberhalb des Melbbades bei starkem Regen begrenzen soll, hat nicht funktioniert. Der offen durch das Badgelände verlaufende Engelsbach konnte dann diese ungebremsten Wassermassen nicht aufnehmen, auch weil sein Abflussquerschnitt durch Sandablagerungen, Verkrautung und Bewuchs, stark redu-ziert war. So ist das Melbbadgelände kurzfristig mit großen Wassermassen überschwemmt worden.

Um eine Schadenswiederholung zu verhindern, ist eine teure Verlegung der elektrotechnischen Anlagen aus dem unterirdischen Technikraum weder erforderlich noch vollständig machbar. Konstruktionsbedingt müssen die Pumpen und ihre Elektromotoren sowie zugehörige Sicherheits-einrichtungen dort verbleiben. Praktisch ohne Kostenaufwand ist es dagegen einfach möglich, die Abflussmenge aus dem Regenwasserrückhaltebecken so zu begrenzen, dass der offen durch das Badgelände führende Engelsbach diese sicher abführen kann.

Die Reparatur der durch die Überflutung beschädigten Elektromotoren der Pumpen sowie der beiden zugehörigen Schaltschränke ist deshalb keine Wegwerfinvestition. Sie ist – unabhängig von der langfristigen baulichen Lösung zur Sanierung des Melbbades – in jeden Fall erforderlich und ohne realistische, bezahlbare Alternative.